Franz Schubert und die Musik des 20. Jahrhunderts 1997

3. Internationaler Wettbewerb 1997 "Franz Schubert und die Musik des 20. Jahrhunderts" 
Duo für Gesang und Klavier (Lied), Duo für Violine und Klavier, Streichquartett, Live-Mitschnitte
1997 (Vol. 10, 2 CDs)


Die vorliegende CD stellt die jungen Preisträgerinnen und Preisträger des von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz veranstalteten 3. Internationalen Wettbewerbs „Franz Schubert und die Musik des 20. Jahrhunderts“ vor. Die Aufnahmen sind Live-Mitschnitte des ORF, Studio Steiermark, aus den 3. Durchgängen und dem Preisträgerkonzert, das am 31. Jänner 1997, dem 200. Geburtstag on Franz Schubert, stattgefunden hat. Der Grazer Wettbewerb, einer der drei großen in Osterreich neben dem Wettbewerb der Salzburger Musikhochschule „Mozarteum“ (Mozart-Wettbewerb) und dem der Wiener Musikhochschule (Beethoven-Wettbewerb) kann mit dem Profil seiner Programmatik durchaus als ein „kritischer“ gesehen werden, da er die Programmtendenzen des allgemeinen Musiklebens und auch die der üblichen Wettbewerbe eher kritisch zur Rede stellt, als sie bestätigt: durch die geforderte kammermusikalische Qualität in der partnerschaftlichen Bewertung der jungen Musiker und die gleichzeitige Einbeziehung der neuen Musik dieses Jahrhunderts in die Wettbewerbsprogramme neben der großen der „unvergleichlichen“, aber doch vergleichbar bleiben müssenden des vor 200 Jahren geborenen Franz Schubert.

Die 248 aus 38 Ländern der Erde zu diesem Wettbewerb angemeldeten Teilnehmer waren auch in den Ensembles – Streichquartett, Duo für Violine und Klavier, Duo für Gesang und Klavier (Lied) – international geprägt: Kulturen trafen sich in einer Musikkultur, in welcher Kultur als Anerkennung von Kulturen spürbar geworden ist.
Österreich besitzt Traditionen in der Pflege seines Erbes. Es hat aber auch eine Tradition in der Pflege seiner Innovationen (und fast logisch muß man es folgern), sonst wäre seine große Tradition nicht zustande gekommen. Die pluralistische (wie wir heute sagen) Verfaßtheit der Monarchie trug zu jenem Kreativitätspotential bei, das die Wiener Klassik und die aus ihr sich entwickelnde Moderne auszeichnet. Aus dieser Tradition heraus wäre Österreich als ein Land zu verstehen, in welchem die geistige Nähe zwischen dem Verschiedenen, dem Vergangenen und Aktuellen entdeckbar wird. Hier liegt der Grund für den weltbekannten Ruf „Musikland Österreich“. Er ist nicht „aufrechtzuerhalten“, er ist nicht zu „verteidigen“ mit traditionsorientierten Beschwörungsformeln, er ist zu leben mit den jungen künstlerischen Menschen, mit ihrem aktuell geschichtlichen Lebensgefühl in Konstellationen, wie sie das Profil unseres Wettbewerbs umzusetzen versucht.

Die Produktion einer CD ist für die künstlerische Berufsvorbildung der Studierenden aktuell kein unwesentlicher Aspekt: Einerseits, um den technisch-künstlerischen Hergang eines Aufnahmeverfahrens kennenzulernen und andererseits, um mit diesen Klangdebüts Leistungsdokumentationen für die Bewerbungsphasen beim Einstieg in das Berufsleben in der Hand zu haben. Da an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz ein Toningenieur-Studium angeboten wird, werden diese Produktionen fallweise auch in einem Teamwork zwischen Studierenden im künstlerischen und aufnahmetechnischen Bereich gemacht.


Otto Kolleritsch, Rektor


 

Titelliste:
 

Disc 1

  • Franz Schubert
    Fantasie C-Dur op. post. 159 D 934 [21‘46“]
    Naho UEMURA, Violine (Japan), Tamami MURAMATSU, Klavier (Japan)

  • Aribert Reimann
    aus: Shine and Dark (Joyce)
    Nr. 5 „I Intone the High Anthem“ [3’03], Nr. 6 “Wind Thine Arms Round Me” [4’53”]
    Thomas BAUER, Bariton (Deutschland), Martin KLINGLER, Klavier (Deutschland)

  • Franz Schubert
    Sprache der Liebe op. post. 115/3 D 410 (Schlegel) [1‘26“]
    Lambertine D 301 (Stoll) [2‘53“]
    Klaudia KIDON, Sopran (Polen), Kirsten KARLSHOJ, Klavier (Dänemark)

  • Beat Furrer
    Lied [8‘51“]
    Alexander TROSTIANSKY, Violine (Rußland), Dina VAINSHTEIN, Klavier (Rußland)

  • Franz Schubert
    Streichquartett d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“
    1. Satz Allegro [10‘56“], 2. Satz Andante con moto [12‘44“]
    QUINTEN-QUARTETT (Rußland)
    Tatiana Razoumova, Violine, Vladislav Pessine, Violine, Vladimir Bystritski, Viola, Dmitri Khrytchev, Violoncello

Disc 2

  • Franz Schubert
    Streichquartett d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“
    3. Satz Scherzo: Allegro molto [3‘50“], 4. Satz Presto [9‘41“]
    QUINTEN-QUARTETT (Rußland)

  • Alban Berg
    Vier Lieder op. 2 „Dem Schmerz sein Recht“ (Hebbel)
    „Schlafen, Schlafen“ [3‘12“]
    Drei Lieder aus „Der Glühende“ (Mombert)
    „Schlafend trägt man mich“ [1‘11“], „Nun ich der Riesen Stärksten“ [1‘04“], „Warm die Lüfte“ [2‘53“]
    Anke VONDUNG, Mezzosopran (Deutschland), Yasuko VERONESI-KAGEN, Klavier (Japan)

  • Arnold Schönberg
    Fantasie für Violine mit Klavierbegleitung op. 47 [9‘28“]
    Barbara DOLL, Violine (Deutschland), Julian MILFORD, Klavier (Großbritannien)

  • Franz Schubert
    Der Wanderer op. 4/1 D 489 (Schmidt) [4‘46“]
    Erlkönig op. 1 D 328 (Goethe) [4‘18“]
    István KOVÁCS, Baß (Ungarn), Katalin HEGEDÜS GÖNCZY, Klavier (Ungarn)

  • Béla Bartók
    Streichquartett Nr. 6
    1. Satz Mesto – Vivace [7‘12“], 2. Satz Mesto – Marcia [7’14”], 3. Satz Mesto – Burletta. Moderato [7’01”], 4. Satz Mesto [6’00”]
    JERUSALEM QUARTET (Israel)
    Alexander Pavlovsky, Violine, Sergei Bressler, Violine, Amichai Gross, Viola, Kyril Zlotnikov, Violoncello