Franz Schubert und die Musik der Moderne 2006

6. Internationaler Wettbewerb
"Franz Schubert und die Musik der Moderne"
Duo für Gesang und Klavier (Lied), Trio für Klavier, Violine und Violoncello, Streichquartett; Live-Mitschnitte von den 3. Durchgängen und vom PreisträgerInnenkonzert
2006 (Vol. 30, 2 CDs)


Der 6. Internationale Wettbewerb „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ im Mozartjahr ist kein Aspekt der Abwechslung. Es ermüdet uns nicht, das Mozartjahr.
Die Emphase, mit der es – sich gleichsam nicht einschränken lassend – zu Tage tritt, lässt die Bedeutung der Musik für die Menschheitsprobleme, die Mozart nicht nur berührt, sondern an empfindlichen Nahtstellen mit seinem Werk durchdrungen hat, erkennen. Die Kraft dieses Impulses hat auch in unseren Wettbewerb mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern gegenwartsbetont hineingewirkt.
Für den vorangegangenen Wettbewerb 2003 haben wir gezielt Hans Zender um eine Komposition als Pendant zu Franz Schuberts berühmten „Trockne Blumen“ für Flöte und Klavier gebeten. Es entstand ein analoges Stück mit dem Schubert-Lied „Horch, horch, die Lerch‘ im Ätherblau“. Es ist auf der Dokumentations-CD Klangdebüts Nr. 24 enthalten. Für den Wettbewerb 2006 haben wir einen Kompositionswettbewerb für Kompositionsstudierende in der Sparte Trio für Klavier, Violine und Violoncello ausgeschrieben und über 50 Einsendungen erhalten. Eine Jury hat das Stück „Affinity to Movement“ von Andrey Komanetsky (USA) ausgewählt. Es musste als Pflichtstück im 3. Durchgang gespielt werden und wurde selbstverständlich in das Programm der vorliegenden CD aufgenommen. (Alle weiteren dieser eingereichten Kompositionen liegen in der Bibliothek der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz auf.)
Absolut merk- und hörbar: Die Moderne ist für die jungen Interpreten zu „ihrer“ Musik geworden. Ein generationsbedingter Wandel scheint sich hier eingestellt zu haben. Haben sich die Programme der vorausgegangenen Wettbewerbe – CD-Dokumentationen von 1997, 2000, und 2003 sind in der Klangdebüts-Reihe erschienen und erhältlich – vor allem am historischen Kanon der Moderne – und wie es häufig schien pflichtgemäß – orientiert, wurde das Repertoire diesmal deutlich von der historischen Zeitgenossenschaft her erweitert. Auch in den Interpretationen selbst ist ein hoher Identifikationsgrad zu erkennen, der einen erfüllten und lustvollen Umgang mit dem Neuen zum Ausdruck bringt. Kann das Gesagte einen Grad an Richtigkeit beanspruchen, dann hat für diese Entwicklung der Grazer Wettbewerb wohl eine nicht unwesentliche Rolle gespielt.
Für die Aufnahmen und Sendungen im Rahmen des Wettbewerbes und für das Mastering dieser CD hat die Kunstuniversität Graz dem ORF Landesstudio Steiermark zu danken. Namentlich möchte ich hier Herrn Franz Josef Kerstinger nennen.
 

Otto Kolleritsch, Rektor


 

Titelliste:

Disc 1

  • Franz Schubert (1797-1828) aus: Streichquartett d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“: 2. Satz: „Andante con moto“ [13:03]
    Rubens Quartett

  • Christian Jost (*1963) Der explodierende Kopf – Fragment aus: „Das Urteil” von Franz Kafka [8:23]
    Wakako Nakaso, Sopran (Japan), Jone Punyte, Klavier (Litauen) 

  • Franz Schubert „Nähe des Geliebten“ op. 5/2 D 162 (Goethe) [3:31]
    Wakako Nakaso, Sopran (Japan), Jone Punyte, Klavier (Litauen)

  • Benjamin Britten (1913-1976) Songs and Proverbs of William Blake op. 74 [8:46]: Proverb III „The bird a nest...”/A Poison Tree, Proverb IV „Think in the morning...”/The Tyger
    Peter McGillivray, Bariton (Kanada), Stacey Bartsch, Klavier (Australien)

  • Franz Schubert „Der Wanderer an den Mond“ D 870 (Seidl) [2:28]
    Peter McGillivray, Bariton (Kanada), Stacey Bartsch, Klavier (Australien)

  • Wolfgang Rihm (*1952) das rot (1990) – sechs gedichte der karoline von gründerrode: Nr. 1 „Hochroth“ [4:05], Nr. 4 „Des Knaben Abendgruß“ [1:38], Nr. 6 „Liebst du das Dunkel“ [1:49]
    Raphael Favre, Tenor (Schweiz), Chiho Togawa, Klavier (Japan)

  • Franz Schubert „Totengräbers Heimweh“ D 842 (Craigher) [6:22]
    Florian Just, Bariton (Deutschland), Jan-Paul Grijpink, Klavier (Niederlande)

  • Karol Szymanowski (1882-1937) Streichquartett Nr. 2, op. 56: I. Satz „Moderato dolce e tranquillo“ [6:31], II. Satz „Vivace, scherzando” [4:58], III. Satz „Lento“ [5:01]
    Minetti Quartett

Disc 2

  • Andrey Komanetsky (*1965) Affinity to Movement for Violin, Violoncello and Piano [8:16]
    Morgenstern Trio

  • Dimitrij Schostakowitsch (1906-1975) Trio Nr. 1, op. 8 [13:26]
    Trio Image

  • Mauricio Kagel (*1931) Trio Nr. 1 (1984/85), 2. Satz „Allegretto” [8:04]
    Trio Montparnasse

  • Franz Schubert Trio in B-Dur, D 898: I. Satz „Allegro moderato” [10:37], II. Satz „Andante poco mosso” [8:47], III. Satz „Allegro” [6:40], IV. Satz „Allegro vivace” [8:44]
    Atos Trio