Preise des 6. Johann-Joseph-Fux Opernkompositionspreises vergeben

Die Preisträger sind Martin Hiendl (DE) und Matthew Shlomowitz (AUS)

Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann und Rektorin Dr. Elisabeth Freismuth freuen sich, die von der Jury aus insgesamt sechs FinalistInnen ermittelten Preisträger bekannt geben zu können. Der Deutsche Martin Hiendl überzeugte mit seiner Komposition „Paradise“und  Matthew Shlomowitz aus Australien mit Wohnort Großbritannien mit „Opera TV“ (Arbeitstitel).

29 junge KomponistInnen aus verschiedenen europäischen Ländern waren zur Teilnahme eingeladen worden, 17 nahmen dies an. Sechs FinalistInnen wurden angehalten, ein Konzept für einen ca. einstündigen Einakter auszuarbeiten. Verbunden mit dem Preis ergeht nun ein Kompositionsauftrag an Hiendl und Shlomowitz, die Uraufführung der beiden Opernwerke ist für Herbst 2016 und Herbst 2017 im Rahmen des musikprotokoll im steirischen herbst geplant.

„Ich gratuliere Martin Hiendl und  Matthew Shlomowitz sehr herzlich zum Gewinn des Johann-Joseph-Fux Opernkompositionspreis. Der Wettbewerb ist eine wichtige Förderung für junge Komponistinnen und Komponisten, mit der wir das Entstehen von neuen Musikwerken auf höchstem Niveau unterstützen wollen“, so Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann.

„Mit dem Johann-Joseph-Fux Opernkompositionswettbewerb des Landes Steiermark kann die Kunstuniversität Graz einen weiteren Akzent setzen, der unser Haus als  lebendiges Zentrum und Labor für Neue Musik erfahrbar macht“, so Rektorin Elisabeth Freismuth. „Es freut mich ganz besonders, an der Kunstuniversität Graz einen Wettbewerb austragen zu können, der im Namen eines großen Barockkomponisten neue Formensprachen und Klangräume erschließt. Es wird damit die Weite sichtbar, die hier und heute im Denken wie in der Kunst gefordert ist.“

Elke Tschaikner (Ö1/ musikprotokoll): „Die Kooperation mit der Kunstuniversität Graz im Rahmen des Johann-Joseph-Fux-Wettbewerbs ist für das musikprotokoll, das sich stets der musikalischen Gegenwart und Zukunft verschrieben hat, eine Herzensangelegenheit aus tiefster Überzeugung. Gemeinsam können wir in so junge Komponierende und deren Zugänge zum Musiktheater entdecken, fördern und unserem stets neugierigen Publikum präsentieren. Ich gratuliere den Preisträgern des Johann-Joseph-Fux-Wettbewerbs Martin Hiendl und Matthew Shlomowitz und bin jetzt schon gespannt auf die Uraufführungen bei den musikprotokollen 2016 und 2017.“
 

Aus der Begründung der Jury

Martin Hiendl „Paradise“ widme sich der Suche nach der natürlichen Stimme. Sein unkonventionelles multimediales Konzept  verspricht, so die Jury, „ große theatralische Wirkung“ und es erscheine angetan, große Assoziationsräume beim Zuhörer zu öffnen. 

Matthew Shlomowitz' „Opera TV“ (Arbeitstitel) wird als Werk mit großem Witz gelobt. „Durch geschickte Kombination und Brechung vorgefundener Musikelemente“ gelinge es, die Falle klischeehaften Komponierens zu umgehen. Mit raffinierter Ironie konterkariere „Opera TV“ die Plattheit von TV-Soap-Stories.
 

Zum Wettbewerb

Der von der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz ausgerichtete Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionswettbewerb wurde 1998 als Landeskulturpreis ins Leben gerufen – in Anerkennung der Universitätswerdung der ehemaligen Hochschule für Musik und darstellende Kunst.

Der Wettbewerb findet in der Regel im Drei-Jahres-Rhythmus statt. 2011 wurde gemeinsam mit dem Kulturresort des Landes Steiermark durch eine Neukonzeption die heutige Form des Wettbewerbs geschaffen.
 

Links:
martinhiendl.com
www.shlom.com